Schutz vor zu viel Lärm

Ruhe in der Wohnung: Schützen Sie sich vor zu viel Lärm

Vorm Fenster sausen Autos. Der Nachbar schnarcht. Höchste Zeit, die eigenen vier Wände abzuschotten

Abends zur Ruhe kommen und in seligen Schlaf versinken? Das ist für viele Menschen undenkbar. Wer schlafen will und durch Lärm davon abgehalten wird, leidet massiv. Ob es der Auto-Verkehr draußen, der Güterzug, der durch die Stadt saust, die wummernde Heizung, die Wasserrohre oder das Schnarchen aus der Nachbarwohnung ist – Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Lärm. Ab 55 Dezibel (etwa so laut wie ein normales Gespräch) wird es für unsere Ohren zu laut. Unter 55 Dezibel empfinden wir Geräusche wie das Ticken einer Armbanduhr (20 Dezibel) oder Kühlschranklärm (50) noch einigermaßen erträglich. Schreiende Menschen (70), Telefonläuten (80) oder Lastwagen (90) sind schlimmer. Noch härter wird es, wenn ein Presslufthammer (120) dröhnt oder ein Düsenjäger (130) unterwegs ist.

In leeren Räumen sind Geräusche lauter

Vor allem in der Stadt lässt sich Lärm kaum verhindern, aber man kann in der eigenen Wohnung einiges tun, damit Stille einkehrt – zum Beispiel mit Möbeln. Das Phänomen kennt man aus großen leeren Räumen. Hier wirkt alles viel lauter. Das ist nicht nur ein Gefühl, sondern erklärt sich damit, dass große und glatte Flächen den Schall reflektieren und verstärken, während Gegenstände wie Möbel in unterschiedlicher Größe und Raumteiler ihn brechen.

Dicke Stoffe schlucken den Schall

Ob Vorhänge, Sessel, Sofas oder Teppiche – dicke Stoffe schlucken Schall. Teppiche sollten hochflorig sein. Vorhänge aus festem Material (zum Beispiel Filz), Gardinen aus Velours oder spezielle Schallschutzvorhänge müssen möglichst viele Falten werfen, sodass sie auch im geschlossenen Zustand nach außen abschotten. Nicht nur Fenster nach draußen, sondern auch die Wohnungstür zum Treppenhaus lässt weniger Lärm herein, wenn ein schwerer Vorhang davor hängt.

Kleiderschränke nicht festschrauben

Auch ein Kleiderschrank kann den Krach der Nachbarn drosseln, wenn er gut gefüllt, aber nicht mit der Wand verschraubt ist, da Schall auch durch feste Gegenstände dringt und seinen Weg über die Schrauben in den Schrank fortsetzt. Schlechtestenfalls ist es dann lauter als vorher. Experten warnen deshalb auch vor Schallschutzmaßnahmen der Marke Eigenbau. Werden Decken abgehängt oder zusätzliche Wände eingezogen, besteht die gleiche Gefahr wie beim festverschraubten Schrank. Es könnte hinterher lauter sein als vorher. Werden zum Beispiel Gipskartonplatten oder so genannte Vorsatzschalen direkt auf der Wand zum Nachbarn befestigt, leiten sie den Krach von nebenan weiter statt ihn einzudämmen. Bei solchen Maßnahmen müsste der Platz zwischen der Gipskartonwand und der Massivwand mit absorbierendem Material gefüllt werden. Hier sollte man sich von Fachleuten beraten lassen.

Wandteppiche und Filz zur Abschottung

Weitere Maßnahmen:

– Hängen Sie Wandteppiche, Wandbespannungen oder ein großes Leinwandbild mit einer Filzmatte auf der Rückseite an die Wand, hinter der der Nachbar schnarcht. Das muss nicht unbedingt von einer Eckwand zur nächsten reichen, sondern können auch nur ein Bild ersetzen.

– Offene Bücherregale halten mehr Krach ab als Regale mit großflächigen Schranktüren.

– Mit Rohrisolierungen aus dem Baumarkt kann man rauschende Wasserleitungen dämmen.

– Schon beim Kauf sollte man darauf achten, wie laut eine Spül- oder Waschmaschine arbeitet. Das Prüfzeichen „Blauer Engel“ zeichnet Geräte aus, die besonders leise sind.

Foto: Albert

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