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Klatsch im Büro: Mitmachen oder raushalten?

Offiziell ist Klatsch und Tratsch verpönt, macht aber höllisch Spaß. Wie geht man am besten damit um?

„Hast du schon gehört, dass die Frau von Müller weg ist?“ – „Nee, echt?“ – „Erzähl mal.“ – „Pssst, nachher.“ Kaum etwas ist im Job so spannend wie der neueste Klatsch und Tratsch. Er hilft gegen Langeweile, Sprachlosigkeit, Routine und Stress wie ein Ventil zum Druckablassen. Er unterstützt die Koalitionsbildung und wirkt gegen Vereinsamung am Schreibtisch. Ein kleines Getuschel – und die Stimmung steigt. Wer etwas los wird, fühlt sich wichtig und begehrt. Wer etwas erfährt, nimmt das als angenehmen Vertrauensbeweis. Jeder ist heiß drauf, obwohl Klatsch verletzend, unehrlich und zeitraubend sein kann. Dass dabei natürlich Negatives weitergetragen wird, versteht sich von selbst. Immerhin macht die Tatsache, dass er eigentlich verboten ist, die Tratscherei erst richtig interessant. Wer ist heimlich mit wem zusammen? Wer hat sich blamiert? Wem ist etwas Peinliches passiert? Wer ist schwanger, frisch verlassen oder gerade ganz intensiv auf der Pirsch? Wer hat wo angedockt oder ist gerade abgeblitzt? Es interessiert uns nun einmal brennend, was die Menschen im engeren Umfeld so treiben. Weil jeder über sich selbst lieber Positives erzählt, muss das Schlechte hintenherum und inoffiziell kommen. Das verbindet.

Klatsch: Geschwätzigkeit als Karrierkiller

Doch es hat auch seine Schattenseiten. Die legendären „Klatschmäuler“, die jeden Flurfunk am Laufen halten, haben meist wenig Selbstbewusstsein und ziehen ihre ersehnte Anerkennung nicht aus ihrer Leistung, sondern aus Lästereien. Das hat für andere Unterhaltungswert und dient dem Erzähler dazu, sich über die Opfer zu erheben. Doch es kann auch nach hinten losgehen und zu Isolation führen („pass auf, vertrau der nichts an, die erzählt sofort alles weiter“). Geschwätzigkeit kann zum Karrierekiller werden.

Neu im Job? Erst einmal zurückhalten

Wer neu im Job ist, sollte sich erst einmal zurückhalten. Nichts ist so unangenehm wie mit Leuten über andere zu tratschen, die vielleicht mit denen befreundet sind, und das ein paar Minuten später brühwarm serviert zu kriegen. Doch ganz auf Durchzug zu stellen, ist auch keine gute Lösung. Wer sich immer heraushält, isoliert sich im Team, wird von wichtigen Informationen abgeschnitten. In der ersten Zeit im neuen Job ist es am sichersten, gut zuzuhören, ohne selbst mitzumachen. Zum Beispiel, worüber sich Kollegen empören. Daraus können Neue einiges lernen und die gröbsten Fehler vermeiden. Denn dabei erfährt man ganz nebenbei, was im Team geächtet wird und worauf man achten sollte. Sobald man weiß, wie der Hase läuft, wer mit wem kann und ein eigenes kleines Netzwerk aufgebaut hat, kommt man um Klatsch-Beteiligung nicht ganz herum. Man muss es aber auch nicht übertreiben. Wer weiterkommen und sich langfristig keinen Ärger einhandeln will, sollte Klatsch und Tratsch nur beiläufig betreiben und sich nicht darüber profilieren.

 

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