Namen merken

Namen merken: „Guten Tag, wie heißen Sie noch gleich?“

Namen merken fällt uns schwer. Damit es nicht zu Peinlichkeiten führt, helfen ein paar Tricks

VON JENS ULRICH

Namen merken? Fehlanzeige. Da steht jemand vor einem und der Name ist einfach weg. Wie gelöscht aus dem Gehirn. Er liegt zwar auf der Zunge, will aber einfach nicht raus. Obwohl der Kollege gestern noch vorgestellt wurde, können Sie sich heute nicht mehr erinnern. Peinlich, denken Sie und fangen gleich an, sich zu entschuldigen: „Ich habe wirklich ein schlechtes Namensgedächtnis. Mit Namen darf man mir nicht kommen.“ Das ist verständlich, aber schade. Denn wer die Kunst des Namen-Merkens beherrscht, fällt positiv auf. Er wirkt sympathisch, interessiert, aufgeschlossen – wir mögen Menschen, die sich unseren Namen merken können. Das schmeichelt, tut gut, öffnet Türen. Das Nicht-Merken hingegen, verrät: „Ich bin wohl nicht wichtig genug.“

Viele Menschen können sich keine Namen merken

Warum fällt es uns so schwer? Zuerst einmal dürfen Sie sich trösten. Sie sind nicht allein. Das Phänomen „Namen vergessen“ trifft viele Menschen. Nicht nur ältere. Kaum jemand kommt mit einem fabelhaften Namensgedächtnis auf die Welt. Häufig ist man einfach nicht aufmerksam genug, wenn sich jemand vorstellt. Worüber reden? Welche gemeinsamen Themen verbinden uns? Wenn wir jemanden zum ersten Mal treffen, haben wir oft anderes im Kopf als uns auf den Namen zu konzentrieren. Erschwerend kommt hinzu, dass Namen abstrakt sind. Der Mensch ist evolutionsbedingt darauf angelegt, sich in erster Linie Gesichter zu merken. Dafür gibt es sogar eine Region im Gehirn, die für Namen fehlt.

Konzentrieren Sie sich aufs Namen merken

Der erste und einfachste Schritt zur Verbesserung des Namensgedächtnisses lautet deshalb: Seien Sie aufmerksam. Richten Sie Ihre Konzentration auf neue Namen. Wiederholen Sie den Namen des anderen, sobald er sich vorgestellt hat: „Freut mich, dass Sie da sind, Herr Schulze.“ Oder fragen Sie beim Vorstellen nach: „Das ist ja ein ungewöhnlicher Name. Woher kommt der? Wie wird er geschrieben?“ Oder beim Blick auf die Visitenkarten: „Wie sprecht man Ihren Namen denn aus?“ Das signalisiert einerseits Interesse, andererseits führt es dazu, dass man den Namen besser behalten kann. Sie können Namen auch aufschreiben, dann sitzen sie schneller.

Bilder helfen, sich Namen zu merken

Nutzen Sie die Tatsache, dass Bilder sich leichter einprägen als Namen. Versuchen Sie also, eine bildliche Verbindung herzustellen. Frau Bäcker backt, Herr Köhler stellt Kohle her. Herr Zöllner könnte beim Zoll arbeiten. Vielleicht kennen Sie auch jemanden mit dem gleichen Namen? Dann rufen Sie sich dessen Gesicht als Gedächtnisstütze vor Augen. Lassen Sie Ihrer Fantasie bei Eselsbrücken freien Lauf (es muss ja niemand erfahren): Sybille ist die mit der Brille, Frau Haarmann trägt ein Haarband, Herr Klein ist nicht besonders groß. Bei manchen Namen sind auch zwei Bilder nützlich: Bei Frau Himmelmann denken Sie an den Himmel und an einen Mann.

Wer selbst Merkhilfen anbietet, verbessert die Chancen, dass andere den eigenen Namen behalten: „Angenehm, Winter mein Name, Winter wie Sommer“ – „Ich bin Herr Kühlen wie Wärmen“. Auch bekannte Sprüche („Pfeiffer mit drei f“) erleichtern das Behalten.

Fazit: Wenn Sie sich einfach etwas mehr mit neuen Namen beschäftigen, ist schon viel gewonnen. Vermeiden Sie künftig die Ausrede „Ich habe ein schlechtes Namensgedächtnis“. Denn die wird sonst schnell zum Glaubenssatz oder zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

 

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