Zöliakie

Zöliakie: Winzige Mengen können Entzündungen auslösen

Wer glutenfrei isst, muss im Haushalt vieles beachten und stößt oft auf Unverständnis

Bettina ist genervt. Seit der Diagnose „Zöliakie“ ist sie von vielen Bereichen des Lebens ausgeschlossen. Zuhause hat die 48-jährige Lehrerin ihre Ernährung sehr diszipliniert umgestellt und auch ihren ganzen Haushalt darauf ausgerichtet, dass sie kein Gluten essen darf. Doch in ihrer Umgebung stößt sie immer wieder auf Unverständnis. Ob bei Familienfesten, im Restaurant, auf Reisen, beim Essen in der Kantine, bei Einladungen zum Essen oder wenn Besuch kommt, gerät sie immer wieder in Stress. „Ein bisschen kann ja wohl nicht schaden – Jetzt übertreib aber nicht – Ach, schon wieder ein neuer Esstrend? Du machst aber auch alles mit – Du hast doch gestern schon verzichtet, da wirst du doch heute mal normal essen dürfen“. Solche Sprüche ist Bettina gewohnt. Es ist für sie nicht einfach, anderen zu erklären, dass eine Glutenunverträglichkeit keine Modediät ist und dass – anders als zum Beispiel bei einer Kalorienreduktion – sogar ein ganz bisschen Weizenmehl eine Katastrophe auslösen kann.

Ein Leben lang Gluten meiden

Bereits ein achtel Gramm Weizenmehl kann bei Menschen mit Zöliakie zu einer Entzündung des Dünndarms und zu schwerwiegenden Beschwerden führen. Weizen enthält das Klebereiweiß Gluten, das Zöliakiebetroffene wegen einer Glutenunverträglichkeit lebenslang strikt meiden müssen. Da den Betroffenen selbst kleinste Krümel schaden, muss nach der Diagnose der komplette Haushalt auf den Kopf gestellt werden, um Kontaminationen mit Gluten zu vermeiden. Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) gibt zehn Tipps für einen glutenfreien Haushalt:

So wird die Küche glutenfrei

1. Arbeitsflächen, Kochgeschirr, Backformen, Spül- und Geschirrtücher und alle weiteren Küchenutensilien müssen vor jeder Zubereitung sorgfältig gereinigt und Glutenreste entfernt werden.

2. Im Toaster sitzen eine Menge glutenhaltige Krümel fest, die beim Toasten auf das glutenfreie Brot gelangen können. Deshalb muss für glutenfreies Brot ein neues Gerät angeschafft werden.

3. Auch im Handrührgerät lagert sich reichlich Mehlstaub ab. Hier ist ebenfalls ein separates Gerät notwendig.

4. Wenn Koch- und Backutensilien aus Holz und Kunststoff wie Schneidebretter, Wellhölzer oder Kochlöffel starke Gebrauchsspuren haben, können darin glutenhaltige Reste festsitzen. Eine Neuanschaffung ist empfehlenswert.

5. Um die Trennung von Schneidebrettern, Toaster oder Handrührgerät zu erleichtern, kann man sie farblich kennzeichnen – beispielsweise kann das gesamte Zubehör für die glutenfreie Zubereitung grün sein.

6. Wer gleichzeitig glutenfrei und glutenhaltig kocht, muss auf eine strikte Trennung achten, also zum Beispiel beim Umrühren separate Kochlöffel verwenden.

7. Um Kontaminationen zu vermeiden, empfiehlt sich die Regel „Glutenfrei hat Vorfahrt“. Das heißt: Zuerst wird das glutenfreie Gericht zubereitet, dann das glutenhaltige.

8. Über Brotaufstriche wie Butter, Marmelade oder Streichwurst können Krümel auf das glutenfreie Brot gelangen, wenn die Aufstriche auf beide Brote kommen. Oder beim Bestreichen bleiben Krümel am Messer haften, die dann im Brotaufstrich landen. Deshalb müssen die Betroffenen auch hier separates Besteck verwenden.

10. Glutenfreie Lebensmittel sollen im Vorratsschrank separat aufbewahrt werden. Damit keine glutenhaltigen Krümel oder Mehlstaub herabfallen, wird Glutenfreies über glutenhaltigen Lebensmitteln gelagert. Am besten verwahren Sie glutenfreie Lebensmittel in verschließbaren Dosen, Behältern oder Gläsern.

Weitere Informationen zum Thema Zöliakie und Tipps zur glutenfreien Ernährung gibt es bei der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) unter www.dzg-online.de.

Foto: Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V.

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