Freunde

In der zweiten Lebenshälfte neue Freunde finden

Warum wir uns so schwertun, nach Schul- und Studienzeit neue Kontakte zu schließen

Obwohl wir mit zunehmendem Alter mehr Freiheiten haben, fällt es uns immer schwerer, neue Freunde zu finden. Das liegt nicht daran, dass wir keine Zeit oder kein Interesse mehr daran haben, sondern dass uns der Mut verlässt. Um uns herum sind weniger Menschen neugierig. Die Zeit, die wir in Gruppen verbringen, ist viel geringer als in der Schule oder im Studium. Die meisten Kollegen sind langjährige Bekannte mit festem Freundeskreis. Wir sind vielleicht schon ein paar Mal enttäuscht worden, wirken misstrauisch und haben die Unbeschwertheit verloren, mit der wir in der Kindheit, Jugend und Studienzeit auf Gleichgesinnte zugegangen sind.

Freunde gehen in der Rush-Hour des Lebens verloren

Eine Umfrage des Instituts myMarktforschung.de hat gezeigt, dass Schule, Uni und Arbeit in den ersten Berufsjahren die besten Orte sind, um andere so gut kennenzulernen, dass eine Freundschaft daraus werden kann. Während Erwachsene im späteren Leben durchschnittlich nur drei wahre Freunde haben, gaben Schüler, Auszubildende und Studenten an, mit sieben Leuten befreundet zu sein, die sie als echte Freunde empfinden. Die meisten Kontakte entstehen demnach im ersten Drittel des Lebens. Danach beginnt die Phase der Partnerschaften, Hochzeiten, Familiengründungen, Kinder und beruflichen Verpflichtungen. In der Rush-Hour des Lebens, der Zeit zwischen dreißig und fünfzig, gehen statistisch gesehen ein oder zwei einst treue Wegbegleiter verloren.

Aufgeschlossen bleiben und alte Freunde nicht vernachlässigen

Was kann man tun, damit die Freunde sich nicht verflüchtigen und bestenfalls noch neue hinzukommen? Psychologen raten: Vernachlässigen Sie alte Freunde nicht, selbst wenn die Kinder eine Zeitlang die Hauptrolle im Leben im spielen. Wenn der Nachwuchs eines Tages aus dem Haus ist, kann es sehr still werden. Wer aufgeschlossen und neugierig auf andere Menschen bleibt, kann sein Leben lang neue Freundschaften schließen. Jeder kann (wieder) lernen, auf andere Menschen zuzugehen. Das erfordert anfangs Mut, wird aber schnell belohnt. Denn kaum jemand hat etwas dagegen, neue Leute kennenzulernen, die interessant für einen selbst sind.

In Gruppen und Vereinen ist es leichter, Freunde zu finden

In Gruppen oder Vereinen ist das leichter, weil man sich bei gemeinsamen Projekten und Erlebnissen erst einmal unverbindlich kennenlernen kann. In Gesprächen merkt man schnell, ob jemand ähnliche Ansichten, Hobbys, Interessen oder ähnlichen Humor hat. Das ist häufig ein Anknüpfungspunkt. Es hat schließlich in der Schule auch so funktioniert. Übrigens: Frauen haben der Umfrage zufolge – anders als das Klischee es erwarten lässt – nicht mehr Freunde als Männer. Dass jemand überhaupt keine Freunde hat, kommt sehr selten vor. Laut Statistik nennen nur sechs Prozent niemanden einen guten Freund.

Foto: pixabay.com

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