Alte Medikamente

Alte Medikamente richtig entsorgen: Wohin damit?

Alte Medikamente, die nicht mehr gebraucht werden, müssen weg – aber nicht in die Toilette

VON ANNE GORDON

So viele alte Medikamente hatte die Familie noch nie gesehen. Ein Großteil war ungeöffnet. Er konnte einfach nichts wegwerfen. Erst recht nichts, was teuer ist, nur mit Rezept erhältlich und sehr wertvoll erscheint. Also legte der Großvater alles ordentlich ab. Zuerst in den Schubladen der Badezimmerschränke, dann in der Küche, später auch im Kleiderschrank. Als er starb, stieß die Familie auf zahlreiche Lager mit Tabletten, Salben, Nasensprays, Vitaminpräparaten und Hustensäften. Manches war schon seit Jahren abgelaufen, anderes aber noch verwertbar. Wohin damit?

Alte Medikamente zurück in die Apotheke?

Früher hieß es einmal: Zurück in die Apotheke. Zum Wiederverwerten oder fachgerechten Entsorgen. Doch dort winkt man heute ab: „Werfen Sie die Sachen einfach in den Hausmüll.“ Die Familie staunte nicht schlecht. Auch unberührte Verpackungen, die noch drei Jahre halten? Ja, auch die. Und zwar gut verpackt, sodass niemand dran kann. In Müllverbrennungsanlagen werden Medikamentenreste verbrannt. Das ist der sicherste Weg, sie loszuwerden. Verhängnisvoll ist es hingegen, wenn man alte Medikamente einfach im Waschbecken in den Abfluss spült oder sie in der Toilette versenkt. Das ist offenbar wenig bekannt. Im Rahmen einer Umfrage des Instituts für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt gab knapp die Hälfte der Bevölkerung an, flüssige alte Medikamente einfach in den Abfluss zu spülen. Nur 15 Prozent machen es richtig. Das Entsorgen über Spüle oder Toilette hat Folgen: Die Stoffe landen im Wasser und gelangen in Kläranlagen, die diese Stoffe nicht herausfiltern können. So kommen sie dann in Flüsse und Seen, schädigen Pflanzen und Tiere und langfristig auch Menschen.

Verschiedene Entsorgungswege für alte Medikamente

In Deutschland gibt es verschiedene Entsorgungswege. Neben der Restmülltonne kann man alte Pillen und Tropfen auch auf Recyclinghöfen, in Schadstoffmobilen oder in Apotheken abgeben, die sie auf freiwilliger Basis annehmen. Auf der Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (www.arzneimittelentsorgung.de) gibt es Hinweise für jedes Bundesland. Wichtig zu wissen: Krebsmedikamente oder Betäubungsmittel gehören nicht in die Mülltonne. Falls auf dem Beipackzettel nichts zum Thema Entsorgung steht, sollte man den Arzt oder Apotheker fragen.

 

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Foto: Olsztyn, Poland/unsplash.com