Frisch zubereitet: Gesunde Ernährung ist nicht teuer

Rechensystem zeigt: Mit Blick auf den wahren Wert ist vor allem Gemüse ein echtes Schnäppchen

„Gesund essen? Das kann ich mir als Normalverdiener gar nicht leisten. Ich habe am Monatsende nie etwas übrig.“ Dieses Argument hört man häufig, wenn von gesunder Ernährung die Rede ist. Geht es nur darum, die Kalorienzahl in Relation zum Preis zu setzen und für möglichst wenig Geld große Mengen zu bekommen, schneidet ungesundes Essen tatsächlich besser ab. Es ist billiger. Das Zu-teuer-Argument ist also auf den ersten Blick stark – und auch eine prima Rechtfertigung für den Konsum von Currywurst und Co.

Fastfood im Vergleich zu Karotten

Ganz falsch ist das nicht – und trotzdem liegt ihm ein Gedankenfehler zugrunde, der auf einem Mangel an Informationen beruht. Uns steht nämlich kein Rechenmodell zur Verfügung, das den Wert – und nicht allein das Gewicht oder die Kalorienanzahl – des Essens sinnvoll in Relation zum Preis setzt. Wie kann man zum Beispiel Fastfood mit Karotten oder Kohl vergleichen, ohne ungerecht zu werden?

Nährwerte in Relation zu Kosten

Wissenschaftler der Harvard-Universität wollten genau das tun und haben ein System dafür entwickelt. Man kann nämlich die Kosten von Lebensmitteln auf der Basis ihrer Nährwerte so ins Verhältnis zueinander setzen, dass sich ein realistisches Bild ergibt. Demnach ist frisches Gemüse oft bis zu viermal teurer, aber dafür auch 24mal wertvoller als Fertigprodukte. Mit anderen Worten: Sie bekommen einen sechsmal höheren Gegenwert, wenn Sie unverarbeitetes Gemüse statt Dosenessen kaufen.

Am meisten bringt Gemüse statt Fleisch

Fleisch ist dreimal so teuer, hat aber weniger hochwertige Nährstoffe. Hier kommen die Wissenschaftler zu der Feststellung: Mit Gemüse statt Fleisch haben Sie einen 48mal höheren Nährwert für ein Drittel des Preises gekauft, also ein Super-Schnäppchen gemacht. Wer versucht, möglichst viele Nährstoffe für sein Geld zu bekommen, landet vor allem bei Nüssen, Sojaprodukten, Bohnen und Vollkornprodukten und lässt dafür Fleisch oder Milchprodukte liegen.

Foto: St. Albert/Adobe Stock

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