Mundgeruch

Peinlicher Mundgeruch: Was kann man dagegen tun?

Wer chronisch aus dem Mund müffelt, braucht die Hilfe eines Facharztes

Zum Mittagessen reichlich rohe Zwiebeln vertilgt? Knoblauch im Tsaziki bleibt nicht ohne Folgen. Mit ungeputzten Zähnen am Frühstückstisch, und die lieben Mitmenschen rümpfen die Nase? Dann riecht wahrscheinlich jemand höchst unangenehm, sobald er den Mund aufmacht. Mundgeruch ist ein weit verbreitetes Phänomen mit hohem Peinlichkeitsfaktor. Während die Knoblauchwolke oder die Bierfahne nach einiger Zeit von selbst verfliegt, ist schlechter Atem für manche Menschen ein Dauerproblem. Etwa sechs Prozent müffeln chronisch aus dem Mund – auch wenn sie sich regelmäßig und gründlich die Zähne putzen. Dann sprechen Ärzte von „Halitosis“ (lateinisch halitus Atem/Hauch). Der fiese Geruch entsteht durch große Mengen von flüchtigen Schwefelverbindungen. In 90 Prozent aller Fälle sind Probleme in der Mundhöhle die Ursache. Faule und schlecht gepflegt Zähne oder die Oberfläche der Zunge können eine von etwa 200 möglichen Ursachen sein. Seltener spielen Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohrenbereich eine Rolle. Der Magen, der häufig im Verdacht steht, eine Bruthöhle für Mundgeruch zu sein, ist meist unschuldig.

Kaugummi hilft bei Mundgeruch nur kurzfristig

Mundwasser, Kaugummi oder Pfefferminzbonbons können den Geruch kurzfristig überdecken. An der Suche nach der wahren Ursache kommt man damit aber nicht vorbei. Es gibt keine Standardbehandlung gegen Mundgeruch. Ein Facharzt kann erst etwas tun, wenn er die Ursachen kennt. Selbst riecht man‘s leider nicht. Auch nicht, indem man in die Hand haucht und versucht, den eigenen Mundgeruch zu erschnüffeln. Das liegt daran, dass ein Mensch sich sofort an den eigenen Geruch gewöhnt und ihn deshalb nicht mehr wahrnehmen kann. Das ist so, als ob man in einem muffigen Zimmer sitzt und jemand kommt herein: „Huch, hier muss aber mal gelüftet werden.“ Der Betroffene selbst hat‘s gar nicht gemerkt.

„Mal ehrlich, habe ich Mundgeruch?“

Wer feststellt, dass sich Gesprächspartner abwenden oder viel größeren Abstand halten als nötig, sollte das als Zeichen sehen und bei einem vertrauten Freund nachfragen: „Mal ehrlich, habe ich Mundgeruch?“ Auch der Zahnarzt kann das klären (der kriegt es ohnehin mit), spricht es aber aus Höflichkeit nicht unbedingt an. Wer nachfragt, weiß schneller Bescheid. Denn man sollte sich nicht darauf verlassen, dass andere einem sagen, wenn der eigene Atem schwer erträglich ist. Das bringen nette Menschen einfach nichts übers Herz. Wer das Tabuthema nicht mit dem Haus- oder Zahnarzt besprechen will, findet auf Mundgeruch spezialisierte Anlaufstellen, geordnet nach Postleitzahlen, unter www.ak-halitosis.de/ansprechpartner.

Foto: Albert

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