Morgens essen oder nicht: Wie wichtig ist das Frühstück?

Die Morgenmahlzeit darf nach neuen Erkenntnissen ruhig ausfallen. Das gilt aber nicht für jeden

Wer kennt den Spruch nicht? Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König, abends wie ein Bettelmann. Diese Aufteilung der Mahlzeiten galt lange als optimal. Doch mittlerweile ist sie nicht mehr ganz zeitgemäß. Seit Teilzeitfasten im Trend liegt und Wissenschaftler belegen konnten, dass es dem Menschen keineswegs schadet, wenn er mal ein paar Stunden Hunger aushält, sind die starren Regeln aufgehoben. Wer morgens keinen Appetit hat, kann das Frühstück ruhig ausfallen lassen oder nach hinten verschieben, um die essfreie Phase über Nacht zu verlängern.

Vorsicht: Erhöhte Snack-Gefahr

Das birgt allerdings Risiken, die jeder für sich abwägen muss. Die größte Gefahr besteht darin, dass man morgens nichts isst und dann am späten Vormittag heißhungrig in sich hineinschiebt, was sich gerade auftreiben lässt. Gerne also Schokoriegel aus der Schreibtischschublade, die Torte, die der Kollege zum Geburtstag mitbringt, oder das Buttercroissant, das einen beim Bäcker verheißungsvoll anblickt. Um ein gesundes spätes Frühstück oder frühes Mittagessen zuzubereiten, fehlen dann die Nerven, die Zeit und oft auch die Möglichkeit. Das heißt: Wer nicht reichhaltig frühstückt, snackt sich leichter durch den Tag.

Den Tag ohne Frühstück gut planen

Um das zu vermeiden, sollte ein Tag ohne Morgenmahlzeit gut geplant werden. Wer es organisatorisch schafft, kann morgens mit einem kalorienfreien Getränk (Wasser, Tee, Kaffe ohne Zucker) starten und erst am späten Vormittag ein gesundes Frühstück zu sich nehmen. Hat man am Tag vorher spät abends noch gegessen, ist es auch möglich, mit einem ausgewogenen Mittagessen anzufangen. Das ist dann Intervallfasten (innerhalb von acht Stunden essen, 16 Stunden nichts essen), was viele beim Abnehmen unterstützt und gleichzeitig zahlreiche gesundheitliche Vorteile hat.

Nüsse und Quark statt Marmeladenbrot

Wichtiger als der Zeitpunkt ist die Qualität. Das klassische Schokocreme-Brötchen oder das Weißbrot mit Himbeermarmelade ist auf dem Frühstücksteller ähnlich ungeeignet wie gebratener Bacon oder Würstchen. Zu einem gesunden Frühstück gehören Vollkornprodukte (Brot, ungezuckertes Müsli, Haferflocken), frisches und unverarbeitetes Obst oder Gemüse, Nüsse und Milchprodukte wie Naturjoghurt, Käse oder Quark. Getränke sollten keine unnötigen Kalorien und keinen überflüssigen Zucker liefern (auch hier sind Wasser, Tee oder Kaffee ohne Zucker geeignet).

Kinder sollten nicht aufs Frühstück verzichten

Kinder sollten allerdings nicht aufs Frühstück verzichten. Sie brauchen mehr kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt als Erwachsene. Für sie ist und bleibt es sinnvoll, in den ersten beiden Stunden nach dem Aufstehen etwas zu essen und zu trinken, um den Energiespeicher nach der Nacht wieder aufzufüllen. Das gilt auch für Jugendliche, Diabetiker, Schwangere und Stillende. Ansonsten darf jeder für sich selbst entscheiden, ob er eine Morgenmahlzeit braucht, um in Schwung zu kommen, oder ob er sich auch ohne Frühstück fit fühlt. Gleichgültig, wie man sich entscheidet – niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn er morgens isst oder nicht isst. Frühstück darf keine Zwangsmahlzeit werden. Viel wichtiger ist es nach dem heutigen Stand der Forschung, mit zwei oder drei Mahlzeiten möglichst ohne Snacks durch den Tag zu kommen.

 Foto: Albert

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