So bleiben Ihre Zähne lange gesund und schön

Gemüse, Nüsse und Vollkorn essen, richtig naschen und nicht zu früh zur Zahnbürste greifen

Schöne und gesunde Zähne möglichst ein Leben lang – wer wünscht sich das nicht? Auch für unsere „Beißer“ gilt: „Du bist, was du isst.“ Je besser die Ernährung, desto länger bleiben die Zähne gesund und ansehnlich. Die Zahnärztin und Oralchirurgin Thea Lingohr aus Köln erklärt, wie sich verschiedene Nahrungsmittel und Getränke auswirken, und gibt Tipps, die jeder anwenden kann, der Wert auf gute Zähne legt:

Vorsicht vor verstecktem Zucker

Ob Cola, Softdrinks oder Schokolade – alles, was viel Zucker enthält, schädigt die Zähne. Denn die weiße Süße bildet einen idealen Nährboden für Kariesbakterien, die den Zucker in Säure umwandeln, der wiederum den Zahnschmelz angreift. Doch machen nicht nur Bonbons, Kuchen, Kekse und Co. die Zähne kaputt. Die Inhaberin der Zahnarztpraxis Dr. Dr. Lingohr & Kollegen warnt auch vor Lebensmitteln, die nicht vordergründig süß schmecken, aber trotzdem viel versteckten Zucker enthalten. Dazu gehören zum Beispiel Ketchup, Fruchtjoghurt oder die als gesund geltenden Obstsmoothies. „Fruchtzucker, Milchzucker und Traubenzucker schaden dem Zahnschmelz genauso wie Haushaltszucker oder Süßigkeiten“, erklärt Dr. Dr. Thea Lingohr und verweist darauf, dass Lebensmittel, die Zucker enthalten und gleichzeitig kleben, noch schlechter sind. Denn sie haften an den Zähnen und greifen über einen längeren Zeitraum an.

Naschen: Besser alles auf einmal als oft zwischendurch

Manche Menschen können nur schwer auf Süßes verzichten. „Die sollten ihre Tagesration besser auf einmal naschen und nicht mehrmals zwischendurch“, rät die Zahnärztin. Der Hintergrund: Beim Naschen als Snack sind die Zähne dauerhaft dem Angriff von Zucker ausgesetzt. Rückstände können sich ablagern und auch die Zahnzwischenräume schädigen. „Das gilt auch für säurehaltige Lebensmittel wie Äpfel, Zitrusfrüchte oder Limonade, da die enthaltene Säure den Zahnschmelz angreift.“

Nicht sofort nach dem Essen Zähne putzen

Deshalb sollte man sich vor allem nach zucker- und säurehaltigem Essen gründlich die Zähne putzen. Allerdings nicht sofort, sondern mindestens eine halbe bis ganze Stunde danach. Kommt die Zahnbürste zu früh zum Einsatz, trägt sie den Schmelz ab. Experten sprechen von Abrasion. Bakterien können dann durch Lücken im Zahnschmelz das empfindliche Zahnbein ungehindert angreifen. Ist der Schmelz einmal abgebaut, kann er sich nicht wieder neu bilden. Das Zahnbein, in dem sich die Nervenkanäle befinden, liegt frei, die Zähne werden schmerzempfindlich. Tipp der Zahnärztin: Wer nach dem Essen nicht so lange warten kann, greift am besten zu einer fluoridhaltigen Mundspüllösung oder einem zuckerfreien Kaugummi.

Gelbliche Zähne durch Rotwein, Kaffee und Tee

Für viele gehört ein Kaffee am Morgen zum Start in den Tag. Leider ist der ebenso wenig gut für die Zähne wie schwarzer Tee oder Wein. Die Zahnärztin warnt: „Diese Getränke enthalten Farbstoffe, die sich auf die Zähne legen, in den Zahnschmelz eindringen und die Zähne gelblich färben.“ Für Kaffee- und Teeliebhaber gilt deshalb: Legen Sie besonderen Wert auf die tägliche Mundhygiene. Beim Wein kommt noch dazu, dass Alkohol in größeren Mengen die gesunde Mundflora schädigt und damit das Risiko einer Zahnfleischentzündung steigt. Kaffee und Alkohol erhöhen außerdem den pH-Wert im Mund, sodass sich Mineralien aus dem Zahnschmelz herauslösen.

Vollkorn, Gemüse, Nüsse und Milchprodukte

Um die Zähne zu stärken, eignen sich Lebensmittel, die Fluorid enthalten, das den Zahnschmelz härtet und ihn für Säuren weniger angreifbar macht. Dazu gehören manche Mineralwasser, Fisch und fluoridiertes Speisesalz. „Auch mit Mundspüllösungen, Fluoridgel und fluoridhaltiger Zahnpasta lässt sich Karies vorbeugen“, sagt Thea Lingohr. Ansonsten empfiehlt sie Milchprodukte (enthalten viel Kalzium), Vollkornprodukte, rohes Gemüse oder Nüsse, denn darin steckt kein für Kariesbakterien leicht verwertbarer Zucker. Außerdem müssen diese Lebensmittel gründlich gekaut werden, was die Muskulatur stärkt und die Speichelproduktion anregt, die wiederum Säuren verdünnt und weniger schädlich macht. Ein weiteres Plus: Raue Oberflächen reiben bereits beim Kauen schädlichen Belag von den Zähnen.

Weitere Informationen unter www.dr-lingohr.de

Foto: Memed Nurrohmad/pixabay.com

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