Panikattacken

Panikattacken: Plötzlich Herzrasen, Zittern und Atemnot

Panische Angst ohne erkennbaren Grund ist eine Erkrankung, die jeden treffen kann

Eine Panikattacke droht. Das Herz rast. Der Körper zittert. Im Hals entsteht ein Kloß. Die Angst schnürt einem regelrecht die Luft ab. Die Atmung wird flach. Der Mensch reagiert wie bei einem drohenden Angriff. Obwohl nichts erkennbar Dramatisches passiert ist, fühlt es sich für den Betroffenen lebensbedrohlich an. In solchen Situationen sprechen Experten von Panikattacken. Darunter leiden nicht nur Künstler, Schauspieler und Sänger wie Sarah Connor, Winona Ryder oder Adele – Panikattacken können jeden treffen, denn Angst ist ein Urinstinkt, der den Menschen schützt, indem er ihn vor Gefahren warnt und sein Überleben sichert. „Unbehandelt schränken Panikattacken im Laufe der Jahre den Alltag der Betroffenen immer weiter ein, können zu Depressionen führen und im schlimmsten Fall sogar Selbstmordgedanken auslösen“, erklärt Ankathrin Schmidt (52), Therapeutin und psychologische Beraterin.

Panikattacken gelten als Volkskrankheit

Etwa 12 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Panikattacken. Die übermäßige Angst gilt heute als Volkskrankheit. Geht man damit zum Hausarzt, wird der in den meisten Fällen keine körperliche Ursache finden. Die Panikattacken haben psychosomatische Gründe. Zum Beispiel in unbewältigten Konfliktsituationen, die die Betroffenen nicht lösen konnten. Ankathrin Schmidt sieht auch Frust im Job als mögliche Ursache. Wenn jemand in seinem Beruf unzufrieden ist, aber trotzdem jahrelang dort verharrt, kann die Frustration in Aggressionen oder Panikattacken umschlagen.

Routineaufgaben können Panikattacken auslösen

Klassische Stresssituationen – häufig nicht bewusst wahrgenommen – sind ebenfalls Auslöser. So geraten zum Beispiel Menschen plötzlich auf der Bühne in Panik aus, obwohl sie es seit Jahrzehnten gewohnt sind, vor einem großen Publikum zu reden. Die Psyche spielt ihnen einen Streich. Versagensängste kommen hinzu. Die Betroffenen geraten in einen Strudel, aus dem sie alleine nicht mehr herausfinden. „Der Verlust eines geliebten Menschen, Trennung vom Partner, Mobbing oder finanzielle Sorgen hinterlassen tiefe Spuren in der Seele“, sagt die Expertin.

Unterdrückte Emotionen spielen eine Rolle

Sie verweist darauf, dass die meisten solche negativen Lebensereignisse in sogenannte Schubladen im Kopf stecken. „In einigen Fällen finden die tief verschlossenen Gedanken den Weg zurück an die Oberfläche und lösen eine Panikattacke aus.“ Neben psychischen Ursachen können auch Wechseljahre, bestimmte Medikamente, mangelndes Selbstvertrauen, übertriebener Perfektionismus oder unterdrückte Emotionen wie Trauer oder Wut eine Rolle spielen.

Panikattacken: Schnell wieder Herr der Lage werden

Wann es zu Panikattacken kommt, hängt von der Verfassung ab und steht nicht unbedingt mit aktuellen Ereignissen im Zusammenhang. Akut können einfache Tipps helfen, um wieder Herr der Lage zu werden. „Konzentrieren Sie sich auf Ihre Atmung, das heißt: Länger aus- als einatmen“, rät die Ankathrin Schmidt. Beim Ausatmen soll man im Kopf bis sechs, beim Einatmen bis vier zählen. Verkrampfungen lösen sich durch schnelles Hüpfen, Fäuse ballen und wieder loslassen oder die Zehen in den Boden krallen. Ebenfalls hilfreich: Schnell an etwas Schönes wie einen geliebten Menschen denken, sobald eine Attacke im Anflug ist. Yoga, autogenes Training, progressive Muskelentspannung und Sport gehören ebenfalls zu den den Gegenmaßnahmen.

Häufig ist professionelle Hilfe gefragt

Ist die Zwangsstörung soweit fortgeschritten, dass die Betroffenen sich nicht mehr alleine aus dem Haus trauen, aus bestimmten Situationen fliehen oder sich mit Alkohol Mut antrinken, ist professionelle Hilfe gefragt. Neben einer Verhaltenstherapie und Entspannungstechniken hilft auch die sogenannte SoulWellFit-Methode, bei der es um ganzheitliches Gesundwerden geht. Sie besteht aus einfachen Übungen zur Selbstheilung bei körperlichen und seelischen Problemen.

Foto: Albert

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