Das hilft gegen eine Fettleber

So werden Sie eine Fettleber wieder los

Besser essen, mehr bewegen: Ernährungs-Doc Jörn Klasen sagt, was jeder selbst tun kann

Zu einer Fettleber kommt es, wenn die Leber dauerhaft überlastet wird. Dann lagern die Zellen auf krankhafte Weise Fett ein. Das Zentralorgan des Stoffwechsels schwillt an und kann seine vielfältigen Aufgaben nicht mehr erfüllen. Der Prozess verläuft schleichend über Jahre oder Jahrzehnte. Meist bemerkt man sehr lange nichts davon. In dieser Zeit entstehen häufig noch andere Krankheiten; am Ende schlimmstenfalls Leberversagen oder Leberkrebs.

Warum merken wir das so lange nicht?

Die Leber ist ein schweigendes Organ. Sie macht nicht mit Schmerzen oder anderen Beschwerden auf sich aufmerksam. Erst wenn sie sich schon um das Zwei- bis Dreifache vergrößert hat, kommt es zu Druckgefühlen im Oberbauch. Unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Schwäche oder Leistungsabfall werden oft nicht richtig gedeutet. Die Diagnose ist häufig der Zufallsbefund eines aufmerksamen Hausarztes.

Wie verbreitet ist die Krankheit?

Mittlerweile sind etwa 30 Prozent der Erwachsenen vor allem in der westlichen Welt betroffen. Eine Fettleber kann aber auch schon bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Die nicht-alkoholische Fettleber gilt als die am stärksten zunehmende Lebererkrankung in Deutschland. Sie trifft am häufigsten Männer mit starkem Übergewicht, reichlich Bauchfett, erhöhtem Blutzuckerspiegel, Bluthochdruck und schlechten Blutfettwerten.

Sie erwähnen auch die „Tofis“?

Das ist die Bezeichnung für schlanke Menschen mit Bauch, abgekürzt vom englischen „Thin Outside, Fat Inside“. Die „Tofis“ haben auch ohne Übergewicht ein erhöhtes Gesundheitsrisiko, weil sie zu viel Fett in der Körpermitte bei zu wenig Muskelmasse haben. Das Fett steckt zwischen inneren Organen und richtet dort großen Schaden an.

Welche Ursachen gibt es?

Vor wenigen Jahren kam die alkoholische Fettleber häufiger vor als die ernährungsbedingte. Das Verhältnis hat sich inzwischen gedreht. Schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung sind die Hauptursachen. Auch Vorerkrankungen wie das metabolische Syndrom fördern eine Fettleber. Seltener sind die Gene, Medikamente, Viruserkrankungen oder Umweltgifte schuld.

Was kann jeder selbst tun?

Sehr viel! Und das ist die gute Nachricht. Wenn es gelingt, die Ernährung umzustellen und Übergewicht abzubauen, ist eine Fettleber im Anfangsstadium vollständig heilbar. Das heißt: Viel frisches Gemüse, gesundes Fett, reichlich Ballaststoffe, wenig Zucker, wenig ungesunde Kohlenhydrate und möglichst kein Fertigessen. Intervallfasten kann das Abnehmen unterstützen und entlastet die Leber.

Wie ist es mit Alkohol?

Da lässt sich leider nichts schön reden. Wer regelmäßig Alkohol trinkt, schadet der Leber. Das „gesunde Gläschen“ ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält. Oft werden zum Beispiel im Rotwein enthaltene gesunde Pflanzenfarbstoffe als Argument angeführt. Die stecken aber auch in roten Obst- oder Gemüsesorten. Im Rahmen einer Ernährungsumstellung sollte jeder versuchen, seinen Alkoholkonsum so weit wie möglich zu reduzieren.

Was hilft sonst noch?

Bewegung ist ein weiterer entscheidender Faktor. Ob Spaziergänge, schnelles Gehen, Laufen, Radeln oder Schwimmen – alles, was uns in Schwung bringt, tut auch der Leber gut. Am besten ist eine Kombination aus Ausdauertraining und Muskelaufbauübungen.

Welche Rolle spielt Stress?

Auch Stress kann den Prozess der Leberverfettung beschleunigen. Denn unter Druck scheidet der Körper Hormone wie Adrenalin und Cortisol aus, die krank machen, wenn sie nicht abgebaut werden. Cortisol verschlechtert die Funktionen der Leberzellen, sodass mehr Fett eingelagert wird. Ich empfehle gezielte Entspannungsmaßnahmen, um das zu verhindern.

So werden Sie eine Fettleber wieder los
Buchtipp: Dr. med. Jörn Klasen: Tschüss Fettleber – Besser essen, gesünder leben (ZS-Verlag, 22,99 Euro)

Foto: pixabay.com

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Den Kühlschrank einräumen: So geht es richtig

Morgens essen oder nicht: Wie wichtig ist das Frühstück?

Babyboomer aufgepasst: Diese vier Dinge halten jung

Frisch zubereitet: Gesunde Ernährung ist nicht teuer

Gesichtsrötung Rosazea: Ernährungsumstellung hilft